Geschichtliche Betrachtung zur Loitzer Schützentradition



Loitz um 1650

(Stich von Merian–  zum Vergrössern bitte anklicken!)

1767   Erster Nachweis für eine „Schützenkompagnie“  in Loitz
(bis dato; Anm. d. R.)
Für dieses Jahr gibt es auch den ersten statistisch gesicherten Nachweis über die Zahl der Einwohner in Loitz. Dieses waren 1015.
Sie lebten in 176 Häusern.
Unter anderem war festgelegt, dass neben dem Haus des Bürgermeisters, des Steuereinnehmers, des Stadtsekretärs und des Spritzmeisters, auch das Haus des jeweiligen Schützkönigs steuerfrei und frei von militärischen Einquartierungen war.
Das ist der erste Nachweis des Vorhandenseins der Schützenkompanie und zeigt, welche hohe Wertschätzung sie genossen haben muss.
Die Gründung der Schützenkompanie war sicherlich schon im Mittelalter.

1778
Für dieses Jahr gibt es erstmals eine Schützenkompanierrolle.
(Sie ist gedruckt bei Dähner:, Sammlung pommerscher und rügischer Landesurkunden, Supplementenband 4, S.340)

1782
In der Stadtverfassung war festgelegt: Die Bürger werden nach ihrem Vermögen in drei Klassen eingeteilt:
Die Angehörigen der ersten Klasse (Kaufleute) und der zweiten Klasse(Handwerkersmeister und Ackerbürger) waren verpflichtet, drei Jahre in der Schützenkompanie zu dienen.

Anmerkung:
Die „Königswiese“ in Loitz, die allen Einwohnern bekannt sein dürfte, wurde dem Schützenkönig kostenfrei zur Nutzung überlassen, als Ausgleich für dessen „Verpflichtungen“ nach dem erfolgreichen „Königsschuß“. Daher der name der Wiese.

1785
Die folgende Meldung lässt einen Schluss auf die „Bewaffnung“ der Schützkompanie zu:
Großes Freudenfest wegen der Geburt des schwedischen Kronprinzen. Misthaufen müssen von der Straße entfernt werden, die Türen werden „gesandet“ und die Fenster illuminiert. Die Schützenkompanie feuert Salven aus kleinen Kanonen und aus dem kleinen Gewehr. Sie erhält 1 1/2 Tonnen Starkbier, 4 Pott Branntwein, Weißbrot und das Pulver. Die übrige Bürgerschaft erhält auf Stadtkosten 3 Tonnen Bier und 8 Pott Branntwein.“

1802 (27.Juli)
Zwischen der Bürgerschaft, der Schützenkompanie und dem Schuhmachermeister Christian Kültz wird ein Vertrag zum Bau des Schützenhauses geschlossen.

1867
Die Schützengilde, so wurde sie damals bezeichnet, hatte 90 Mitglieder.

Das jährliche Schützenfest fand in der Regel Anfang Juli statt.

1898
Schützengilde 1898                                                  Bilder anschauen?

1904 September
Kaiser Wilhelm II. nimmt die Schützenkönigswürde der Stadt Loitz an. (Bürgermeister Beyer hatte für ihn geschossen. Der Kaiser stiftete eine silberne Erinnerungsmedaille. L Z)

1905
Die Fahne der „Schützenkompagnie Loitz“ 1905              Anschauen?

1933-1936
Bauland-Kaufantrag der Schützengilde Loitz, zur Erweiterung der Schießkammer

1984
Eröffnung eines Tontaubenschießstandes bei der Walkmühle.
Trägerbetrieb: VEB Ölheizgerätewerk Loitz
(Offizieller Beginn des Schießsportes nach 1945 in Loitz)

1990
Gründung des heutigen „Schützenvereins Loitz 1990 e.V.“

(Besonderen Dank für die Zuarbeit durch Herrn Dr. Henning Rischer.)